Wann lohnt sich ein Website-Relaunch für Unternehmen?
Ein Website-Relaunch lohnt sich, wenn die bestehende Seite technisch, inhaltlich oder strukturell nicht mehr zum Unternehmen passt. Dabei darf nicht nur das Design neu werden. Bestehende URLs, Suchsichtbarkeit, Inhalte, Formulare und Messung müssen kontrolliert in die neue Website übernommen oder bewusst ersetzt werden.
Wann ist ein Website-Relaunch wirklich sinnvoll?
Ein Relaunch ist sinnvoll, wenn einzelne Korrekturen das eigentliche Problem nicht mehr lösen. Typische Gründe sind eine unklare Navigation, veraltete Leistungen, schlechte mobile Nutzung, langsame Technik oder ein System, das Inhalte nur mit großem Aufwand aktualisieren lässt.
Ein neues Design allein ist kein ausreichender Grund. Wenn Struktur, Inhalte und Technik funktionieren, kann eine gezielte Überarbeitung wirtschaftlicher sein. Prüfen Sie deshalb zuerst, welche Seiten genutzt werden, welche Anfragen entstehen und welche Funktionen tatsächlich fehlen.
Bei uns beginnt eine Unternehmenswebsite bei 3.000 Euro netto. Vor einem Relaunch würden wir deshalb nicht automatisch alles verwerfen. Bestehende Texte, Fotos, Rankings und URLs können Vermögenswerte sein. Wie eine gute Unternehmenswebsite grundsätzlich aufgebaut ist, steht bereits im separaten Artikel zur Website-Struktur. Hier geht es ausschließlich um den Übergang von alt zu neu. Dokumentieren Sie deshalb zuerst die konkreten Probleme der alten Seite und definieren Sie, welche davon der Relaunch tatsächlich lösen soll.
Welche Inhalte muss ich vor dem Relaunch sichern und bewerten?
Erstellen Sie vor dem ersten Designentwurf eine vollständige Liste der bestehenden URLs. Ergänzen Sie Seitentitel, zentrale Inhalte, Downloads, Formulare und bekannte Suchanfragen. Search Console und vorhandene Webanalyse helfen dabei, Seiten mit organischen Klicks oder wichtigen Einstiegen zu erkennen.
Entscheiden Sie anschließend für jede URL: bleibt sie erhalten, bekommt sie einen neuen Pfad, wird sie mit einer anderen Seite zusammengeführt oder entfällt sie vollständig. Diese Entscheidung gehört vor die Entwicklung, weil Navigation und Inhaltsstruktur darauf aufbauen.
Ein Beispiel: Ein Betrieb hat 30 bestehende Inhaltsseiten. Zwölf davon erhalten regelmäßig organische Klicks oder externe Links. Diese zwölf werden zuerst einzeln bewertet und bekommen bei geänderten Pfaden eine konkrete Ziel-URL. Die restlichen Seiten werden ebenfalls geprüft, aber nicht automatisch kopiert. So schützt der Relaunch wichtige Einstiege, ohne veraltete Inhalte nur aus Gewohnheit mitzuschleppen. Sichern Sie außerdem Bilder, Dokumente und Weiterleitungen, die außerhalb des sichtbaren Menüs genutzt werden. Alte URLs können weiterhin über Suchmaschinen oder Verlinkungen erreichbar sein.
Wie verhindere ich SEO-Verluste durch geänderte URLs?
Wenn sich URLs ändern, braucht jede relevante alte Adresse ein passendes neues Ziel. Google empfiehlt serverseitige dauerhafte Weiterleitungen wie 301 oder 308. Eine alte Leistungsseite sollte direkt auf die entsprechende neue Leistungsseite führen und nicht pauschal auf die Startseite.
Vermeiden Sie Weiterleitungsketten. Google empfiehlt möglichst direkte Weiterleitungen zum endgültigen Ziel. Aktualisieren Sie außerdem interne Links, Canonical-Tags und Sitemap auf die neuen URLs. Für gelöschte Inhalte ohne passenden Ersatz sind 404 oder 410 korrekter als eine irrelevante Weiterleitung.
Google empfiehlt, Weiterleitungen bei einer Migration generell mindestens ein Jahr beizubehalten. Bei kleinen und mittelgroßen Websites sollen alle URLs möglichst gemeinsam migriert werden. Nach dem Start gehören Search Console, Indexierung und Fehlerberichte in die Kontrolle. Kurzfristige Schwankungen in der Suche können während einer Migration auftreten; deshalb muss ein Relaunch technisch überwacht und nicht nur optisch abgenommen werden.
Was muss vor dem neuen Website-Launch getestet werden?
Testen Sie die neue Website auf echten Mobilgeräten und Desktop. Navigation, Buttons, Formulare, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Downloads und externe Links müssen funktionieren. Prüfen Sie außerdem, ob Seiten aus der Entwicklungsphase versehentlich noch mit noindex oder einer blockierenden robots.txt versehen sind.
Jedes Formular braucht einen vollständigen Test bis zum tatsächlichen Eingang. Verwenden Sie erkennbare Testdaten und kontrollieren Sie, ob Bestätigung, Empfänger und Betreff stimmen. Dass im Browser eine Erfolgsnachricht erscheint, beweist noch nicht, dass die Anfrage im richtigen Postfach angekommen ist.
Prüfen Sie zusätzlich Seitentitel, Meta-Beschreibungen, Überschriften und strukturierte Daten, soweit diese eingesetzt werden. Bilder sollten in sinnvoller Größe vorliegen, Videos dürfen die Seite nicht unnötig blockieren. Erst wenn Inhalt, Technik, Suchmaschinenzugriff und Kontaktwege gemeinsam geprüft sind, ist die neue Website betriebsbereit. Testen Sie zusätzlich die vorgesehenen Weiterleitungen von alten auf neue URLs. Ein funktionierendes Menü findet keinen Besucher ab, der über einen alten Suchtreffer einsteigt.
Was passiert in den ersten Wochen nach dem Relaunch?
Nach dem Start beginnt die Kontrolle. Reichen Sie die neue Sitemap ein und prüfen Sie in der Search Console, welche neuen URLs indexiert werden. Beobachten Sie Fehler, organische Klicks und Seiten, die unerwartet nicht gefunden werden. Bei einer Domainänderung kommen die entsprechenden Adressänderungs-Schritte hinzu.
Google weist darauf hin, dass kleine bis mittelgroße Websites einige Wochen benötigen können, bis ein Großteil der neuen URLs verarbeitet ist. In dieser Zeit sollten Sie nicht gleichzeitig jede weitere technische und strukturelle Änderung durchführen. Sonst wird schwer erkennbar, welche Maßnahme ein Problem verursacht.
Vergleichen Sie außerdem die geschäftlichen Funktionen: Kommen Formulare an, funktionieren Anrufe über Mobilgeräte und werden die wichtigsten Leistungen gefunden? Ein Relaunch ist erst erfolgreich, wenn die neue Seite wichtige Wege zuverlässig erhält. Zusätzlich müssen die geplanten Verbesserungen für Besucher tatsächlich nutzbar sein.
Wann sollte die alte Website endgültig abgeschaltet werden?
Die alte Website sollte erst verschwinden, wenn Inhalte, Weiterleitungen und wichtige Funktionen der neuen Version geprüft sind. Ein Relaunch ist kein sauberer Übergang, wenn Besucher über alte Suchtreffer noch auf Fehlerseiten oder nicht funktionierende Formulare gelangen.
Sichern Sie vor dem Wechsel eine vollständige Kopie der alten Seite und die Liste aller relevanten URLs. Nach dem Start müssen alte Adressen auf passende neue Ziele weiterleiten. Google empfiehlt dauerhafte serverseitige Weiterleitungen und rät, diese bei Migrationen generell mindestens ein Jahr beizubehalten.
Prüfen Sie in den ersten Wochen Search Console, Serverfehler und besonders wichtige Einstiegsseiten. Die alte Website muss nicht parallel öffentlich weiterlaufen, aber ihre URL-Struktur darf nicht einfach vergessen werden.
Auch interne Systeme gehören zum Cutover: Formulare, E-Mail-Empfänger, Analyse und eventuelle Buchungs- oder Bewerbungswege. Erst wenn diese Funktionen auf der neuen Seite zuverlässig laufen, ist der Wechsel betrieblich abgeschlossen.
Häufige Fragen
Verliert eine Website bei einem Relaunch automatisch ihre Google-Rankings?
Nein. Ein sauber geplanter Relaunch kann bestehende Signale über passende Weiterleitungen und erhaltene Inhalte übertragen. Fehlerhafte URL-Wechsel, fehlende Weiterleitungen oder versehentliches noindex können dagegen Sichtbarkeit kosten.
Wie lange sollten 301-Weiterleitungen nach einem Relaunch bestehen bleiben?
Google empfiehlt bei Website-Migrationen, Weiterleitungen generell mindestens ein Jahr beizubehalten. Aus Nutzersicht können dauerhafte Weiterleitungen auch länger sinnvoll sein.
Was kostet eine neue Unternehmenswebsite?
Bei uns beginnt eine Unternehmenswebsite bei 3.000 Euro netto. Der konkrete Relaunch-Aufwand hängt zusätzlich davon ab, wie viele Inhalte, Funktionen, Weiterleitungen und bestehende SEO-Signale übernommen werden müssen.
Soll ich beim Relaunch alle alten Texte übernehmen?
Nein. Übernehmen Sie Inhalte, die aktuell, relevant oder für bestehende Sichtbarkeit wichtig sind. Veraltete oder doppelte Seiten sollten bewusst überarbeitet, zusammengeführt oder entfernt werden, statt die alte Struktur nur nachzubauen.